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AK Stromtrasse in Creußen

15.12.2014

Professor Christian von Hirschhausen am 9. Dezember 2014 in Creußen

 

12.12.2014 Beitrag von Maria Estl

 

Ein Jahr des Widerstandes gegen die HGÜ Süd Ost ist vergangen und der 2. Entwurf des NEP liegt vor, außerdem läuft der Energiedialog Bayern.

Das nahm die Bürgerinitiative Creußen zum Anlass, am vergangenen Dienstag in die dortige Mehrzweckhalle zu einer Informationsveranstaltung einzuladen. Professor Christian von Hirschhausen kam und zog viele Bürger an. Die Halle platzte aus allen Nähten, auch das zusätzlich aufgestellt Zelt war voll. Insgesamt wollten sich mehr als 400 Bürger informieren und ihre Fragen und Befürchtungen zum Thema loswerden. Bürgermeister Dannhäußer begrüßte zunächst den Professor und dessen Mitarbeiter, Landrat Hübner und Herrn Frieß, Beauftragter des Landratsamtes Bayreuth für die Gleichstrompassage Süd Ost. Außerdem das Team des Bayerischen Fernsehens.

Prof. v. Hirschhausen freute sich, nach rund zehn Monaten wieder in Creußen sein zu können, das nächste Mal würde er aber erst wieder im Advent 2017 kommen, denn bis dahin würde in Sachen Trassenbau nichts Wesentliches passieren.

Er steht weiter zu seiner Aussage, dass die geplante Gleichstrompassage Süd Ost, jetzt Korridor D genannt, nicht benötigt wird, schon gar nicht für die Energiewende. Solche Infrastrukturen wie die Trasse seien für die Anbindung von Windstrom einfach überdimensioniert, der Windstrom kann viel besser über das bestehende, „eng vermaschte“ Netz transportiert und verteilt werden. Sie wird nur für den Transport von Kohlestrom, der ständig fließt, benötigt. Und das widerspricht der Energiewende total.

Die Energiewende ist nach Prof. v. Hirschhausen auf dem besten Weg und unumkehrbar, mittlerweile sei man bei einem EE-Anteil von 30%. Die Energiewende hat mit dem überdimensionierten Netzausbau nichts zu tun, sonst wären diese Steigerungen nicht möglich. Das Netz ist da, wo es benötigt wird, bereits verstärkt (Thüringer Strombrücke).

Auch der Atomausstieg ist unumkehrbar, er läuft ja bereits seit 15 Jahren, das Gleiche wird mit der Kohle passieren, denn die Klimavorgaben sind mit der Kohle nicht einzuhalten. Rainer Baake vom Bundeswirtschaftsministerium hat den Atomausstieg bestens strukturiert, so wird das auch mit der Kohle gehen müssen.

Die Erneuerbaren sind die Zukunft, Kohle und Atom die Vergangenheit.

Eon hat das schon begriffen, denn aus E on wird E off. Die anderen Energieerzeuger werden folgen, man muss ihnen nur Zeit zum Umdenken lassen, es wird einen Lernprozess geben, der dann auch die Trassen beinhalten muss.

Den derzeitigen Entwurf des Netzentwicklungsplans (NEP) darf die Bundesnetzagentur (BNetzAgentur) eigentlich nicht genehmigen, denn er sieht einen höheren Kohleanteil im Energiemix vor und das läuft klar der Energiewende zuwider.

Zu Wort kamen auch die Teilnehmer am Energiedialog, Markus Bieswanger, Martin Stegmaier und Bernd Weber. Sie schilderten die oft schwierigen Positionen der Trassengegner in den Arbeitsgruppen, da diese von sehr versierten Chefstrategen aus den Wirtschaftsverbänden dominiert werden. Diese wenden professionell Kommunikationsstrategien pro Trasse an und lassen die sachlichen Argumente der Trassengegner einfach nicht gelten.

Die Trassenproblematik ist auch nur ein Teil des Energiedialogs, in dem alle Aspekte der Energiewende in Bayern behandelt werden.

 

Hirschhausen nahm auch Stellung zu den oft behaupteten Darstellungen wie,

  • ohne Netzausbau gehen die Lichter aus,

  • ohne Netzausbau gibt es zwei Preiszonen und

  • ohne Netzausbau ist die Netzstabilität gefährdet

  • der Windstrom aus dem Norden muss zu den Verbrauchszentren im Süden

Keines dieser Szenarien wird Realität.

 

Prof. Dr. v. Hirschhausen befasst sich seit Jahrzehnten mit Infrastrukturen wie den Stromnetzen. Deutschland hat eines der besten und stabilsten Netze, das bestätigt auch die BNetzAgentur immer wieder, der Redispatchbedarf liegt im Promillebereich, 3 Promille im Jahr.

 

http://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Unternehmen_Institutionen/Versorgungssicherheit/Stromnetze/Engpassmanagement/Redispatch/redispatch-node.html

 

Techniker der Agentur bestätigten ihm auch, dass ein gesundes System wie das Stromnetz von Deutschland keinen „Bypass“ Gleichstrompassagen braucht.

Zwei Preiszonen wird es nicht geben, sie müssten erst eingerichtet werden und das macht sehr viel Arbeit, auch danach in der Stromverteilung.

Der Windstrom wird auch im Norden gebraucht, denn da gibt es Großstädte wie Berlin und es werden auch dort Atomkraftwerke abgeschaltet.

Für die Zukunft fordert der Professor, verstärkt die Speichertechnologien zu erforschen. Die Speicher in Verbindung mit den Erneuerbaren seien um ein Vielfaches billiger als neue Trassen zu bauen. Man kann da auch schon Erfolge verzeichnen, in drei bis fünf Jahren ist die Technik marktreif

BI-Mitglied Dieter Hoch aus Pottenstein stellte den Versorger „LichtBlick“ und dessen Projekt SchwarmDirigent vor. Hier liegt ein mögliches Konzept für die Zukunft, welches schon weit vorangeschritten ist.


http://www.lichtblick.de/privatkunden/schwarm-energie/schwarmdirigent

 

v.Hirschhausen sieht in dem Angebot des österreichischen „Verbund“ eine gute Möglichkeit, die geprüft werden muss. Es gebe übrigens seit den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts Stromhandel zwischen Bayern und Österreich.

 

Bilder der Veranstaltung:

 

 

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