Donauwörther Zeitung vom 13. Mai 2014

 

Für mehr Miteinander im Dorf

 

„Engagierte Bürger“ starten verheißungsvoll und haben auch schon konkrete Projekte - Eine Konkurrenz zum Gemeinderat wollen sie nicht sein Von Helmut Bissinger

 

Oberndorf Üblicherweise trifft die Entscheidungen in Oberndorf der Gemeinderat. Das soll auch in Zukunft zu bleiben. „Wir können aber vielleicht Anregungen geben, mithelfen, unsere schöne Gemeinde weiter nach vorne zu bringen.“ Das sagt Maria Wagner. Die 36-jährige Mutter von vier Kindern ist die Vorsitzende der neuen Gruppierung „Engagierte Bürger - Oberndorf, Eggelstetten, Flein“.

Die Initiative hätte sich gar keinen besseren Start wünschen können: Weil der ursprüngliche Raum im Gasthof „Poseidon“ dem Ansturm nicht stand hielt, musste man in einen Saal ausweichen. „Von der Resonanz waren wir absolut überrascht“, freute sich Maria Wagner, die über 80 interessierte Bürger zählte.

Die Idee, eine solche Gruppierung aus der Taufe zu heben, sei nach der Kommunalwahl entstanden, berichtete sie. Damals hätte man lebhaft über kommunale Entwicklungen diskutiert. „Das kann es nicht gewesen sein“, hätten sich einige in den drei Ortsbereichen nach der Wahl gedacht. „Und es gibt vieles, was man anpacken kann, wo man nicht unbedingt den Gemeinderat benötigt“, meint Maria Wagner. Als eine Gegenbewegung zu den gewählten Vertretern will man sich keinesfalls verstehen. Maria Wagner: „Das wird auch daraus ersichtlich, weil zu unseren Gründungsmitgliedern auch Gemeinderäte und Bürgermeister Hubert Eberle gehören.“

Zunächst soll die Gruppierung ausloten, „was die Menschen im Ort bewegt, wo es Handlungsbedarf gibt und wie man bestimmte Anliegen umsetzen kann“. Ein konkretes Anliegen gibt es bereits: In Oberndorfsoll ein Dorfladen entstehen, nachdem der einzige Laden der Lechgemeinde im Vorjahr dicht gemacht hatte. Hans Wenninger hat sich dem Thema angenommen. Ein Arbeitskreis Dorfladen, der bereits existierte, ist inzwischen unter das Dach der „Engagierten Bürger“ geschlüpft.

Konkrete Formen nimmt bereits der „Bürgerstammtisch“ an, ein „Forum für alle“ solle dies werden, wie Reinhard Lang ausführte. „Dinge“ könnten dort angeschoben und Anliegen vorgetragen werden. Zum „Bürgerstammtisch“ sollen dann und dann Fachreferenten geladen werden, ebenso wie es ausführliche Informationen zu kommunalen Themen geben soll.

Für Maria Wagner hängt der Erfolg der Gruppierung davon ab, wie letztlich die Vernetzung funktioniert. Entscheidend werde es auch sein, wie es gelinge, Initiativen anzustoßen, Menschen für Projekte wie beispielsweise einen Jugendtreff oder eine Mitfahrzentrale zu begeistern. Das Credo der jungen Frau, die bisher mit Kommunalpolitik nichts am Hut hatte: „Gemeinsam bewegen wir etwas.“

Am Ende erhielt die Gruppierung ein Fundament: Sie wurde als Verein gegründet. 35 Gründungsmitglieder fanden sich zusammen. Sie wählten unter der Leitung von Bürgermeister Hubert Eberle letztlich Maria Wagner (Eggelstetten) zur Vorsitzenden, Josef Stempfle (Oberndorf) zu ihrem Vorsitzenden. 13 weitere Mitglieder sind Beisitzer im neuen Verein. Erste Aufgabe des Vereins: „Ihn aus den Kinderschuhen zu bringen“, wie Maria Wagner lächelnd anführt

 

 

 

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