INFORMATIONSABEND MIT OTTO KUFFER

 

Am 06. November 2014 luden wir zu einem Informationsabend über die geplante Gleichstromtrasse Süd – Ost ein.

Mehr als 130 interessierte Bürger aus allen Gemeindeteilen und Nachbargemeinden fanden sich im Vereinsheim  Eggelstetten ein.

 

Vorsitzende Frau Maria Wagner eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die Anwesenden, Bürgermeister Hubert Eberle, zahlreiche Gemeinderäte und auch die Vertreter der benachbarten Bürgerinitiativen aus Nordendorf, Niederschönenfeld, Marxheim und Rennertshofen.

 

Im Anschluss daran gab Vereinsmitglied und Mitorganisator der Veranstaltung Herr Martin Hofmann einen kurzen Überblick über die zahlreichen Aktivitäten der „Engagierten Bürger“ bezüglich der Stromtrassenthematik. Besonders erwähnenswert war die überaus erfolgreiche Aktion der Stellungsnahmen gegen den ersten Entwurf des Netzentwicklungsplans im Frühsommer, an der sich über 1000 Haushalte in der Gemeinde beteiligt hatten.

 

Danach übernahm Referent Herr Otto Kuffer aus Rennertshofen das Wort und führte seinen Vortrag zur Stromtrassenproblematik anhand zahlreicher Studien und mit detaillierten Informationen durch. Seine Ausführungen zum Thema Stromtrasse zeigten klar auf, dass das bestehende Stromnetz bereits jetzt Bayern ausreichend mit Energie versorgt, und darüber hinaus Strom in die benachbarten Länder wie Österreich und Italien exportiert. Er konnte anhand von fundierten Zahlen darlegen, dass auch in Zukunft bei Abschaltung von weiteren Atomkraftwerken, bei gleichzeitiger sinnvoller Ertüchtigung des bestehenden Netzes, in Bayern die Lichter nicht ausgehen.

Eine Gleichstromtrasse, die dazu benutzt wird um u.a. Braunkohlestrom aus dem Osten des Landes nach Meitingen oder Gundremmingen zu transportieren  - würde die Energiewende nicht voranbringen, sondern vielmehr zerstören.

Denn eine richtige Energiewende, wie Referent Otto Kuffer aufzeigte, besteht aus einer dezentralen Energieversorgung, dem Einsparen und dem Speichern von Energie. Dies sind die Themen, welche von Fachleuten aber auch den Bürgern, bearbeitet werden müssen. Es stellt zugleich eine Aufforderung an die gewählten Volksvertreter dar, diesen Auftrag anzunehmen.

Wird die Stromtrasse gebaut, so der Referent, würde diese dazu benutzt, billigen Strom aus nicht regenerativen Energiequellen zu transportieren, um die Profitmaximierung der beteiligten internationalen Konzerne zu fördern. Die regenerativen Energiequellen würden dann auf der Strecke bleiben.

Des Weiteren ging der Referent auf die wahrscheinlichen gesundheitlichen Folgen ein. Studien aus Neuseeland belegen, dass im näheren Abstand zu Gleichstromtrassen das Krebsrisiko ansteige. Nationale Studien sind hingegen nicht bekannt, da die geplante Gleichstromtrasse als ein so genanntes Pilotprojekt gilt.

Herr Kuffer verwies ebenfalls auf die besondere Problematik der Gemeinde Oberndorf. Da nicht nur nördlich und westlich der bisherige Verlauf der Vorzugtrasse im Bereich der Gemeinde verläuft, sondern auch südlich von Oberndorf der Standort des Konverters geplant ist, wäre die Gemeinde gleich doppelt betroffen. Dies wurde bei den Zuhörern mit Unverständnis und Erschrecken zur Kenntnis genommen.

Der Widerstand gegen die Gleichstromtrasse Süd-Ost, die Teil des aktuellen Bundesbedarfsplan ist, muss somit im Sinne einer nachhaltigen, umweltverträglichen und der Gesundheit der Menschen verträglichen Energiewende weiter aufrechterhalten werden.

 

Das Ziel des Abends, die Mitbürger für das Thema zu sensibilisieren, wurde voll erreicht, wobei bei vielen Zuhörern die aufgezeigten Auswirkungen  tiefe Betroffenheit auslöste.

 

 

 

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